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Die BBC in den Sozialen Netzwerken + Newsanalyse in der Schule?

Die BBC Nachrichtenabteilung hat seit einiger Zeit offenbar ihren eigenen Weg gefunden, den sie in den sozialen Netzwerken gehen will. Und es ist, wie ich finde, ein konsequenter Weg mit einem überzeugenden Konzept. Zugeschnitten auf die jeweiligen Besonderheiten des Mediums gibt es Beiträge auf Facebook (BBC World News, BBC News), Twitter (@BBCWorld, @BBCNews, @BBCBreaking), YouTube und Instagram.

Dazu hat gestern nach dem weltweiten Radiosender BBC World Service auch dessen TV-Pendant BBC World News das innovative Format „Outside Source“ gelauncht, das den Zuschauern die Nachrichten auf revolutionäre Art näherbringen soll und nebenbei noch ein noch eine gute Möglichkeit ist, mit ihrem supermodernen Newsroom zu prunken. Nicht falsch verstehen, er ist auch wunderschön. Und alles ist echt. Das kennt man aus dem deutschen Fernsehen ja kaum noch. *Ironie an* Es wäre ja auch höchst unprofessionell, wenn während einer Nachrichtensendung im Hintergrund Mitarbeiter zu sehen wären, die zeigen, dass eine Nachrichtenredaktion kein Ein-Mann-Betrieb ist. Greenscreen-Technik ist das Non-Plus-Ultra! *Ironie aus* Ein Bild von dem Format „Outside Source“ kann man sich wochentags um 19 Uhr deutscher Zeit machen. Ein Interview (deutsch) mit Moderator Ros Atkins gibt’s auf Digitalfernsehen.de.

Die „alte Dame“ BBC ist also  bei weitem nicht so angestaubt wie ihr Spitzname es vermuten lassen könnte.  Man versucht, sich im Internet-Zeitalter gut zu positionieren und neue Wege in der Nachrichtenpräsentation zu gehen, ohne sein Prestige als Qualitätsanbieter von Rundfunknachrichten durch halbprofessionelle Spielereien zu gefährden. Und im Moment kenne ich keine andere Nachrichtenmarke, der das so überzeugend gelingt. Die BBC ist für mich inhaltlich als auch in der Präsentation immer noch DIE Nachrichtenmarke und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben – auch im Netz.

In diesem Beitrag sollte es ursprünglich nicht um die British Broadcasting Corporation an sich gehen, aber das ließ sich hier eben gut damit vereinbaren. Es ist schon ein paar Wochen her, da stieß ich auf diesen Beitrag von BBC News auf YouTube:

Auch wenn gut vier Minuten sicher nicht ausreichen, um das Thema annähernd erschöpfend zu erörtern, so sind doch einige interessante Gedanken dabei. Am interessantesten ist dabei der Gedanke, mit dem das Video eingeleitet wird: In der Schule wird uns gelehrt, Shakespeare zu analysieren und zu interpretieren. Warum aber nicht auch Tageszeitungen und TV-Nachrichtensendungen, welche heutzutage ja zweifellos eine viel größere Wirkung auf unsere Umwelt haben? Ich bin kein Pädagoge, aber ich finde den Gedanken durchaus interessant und schlüssig. Sollte es in einem Bundesland jemals ernsthafte Überlegungen zur Einführung eines Faches zur Vermittlung von Medienkompetenz geben, so wäre es angemessen, darüber nachzudenken, ob man sich darin nicht auch den nachrichtenverbreitenden Massenmedien widmet, denen wir täglich ausgesetzt sind.

Ein anderer interessanter Gedanke ist der, die Nachrichten, in welcher Verbreitungsform auch immer, als Kunstform zu sehen. Newsanalyse im Deutschunterricht neben Goethes Faust? Da widersprechen sicher viele und erörtern möchte ich diese Frage an dieser Stelle nicht. Interessante Gedanken aber allemal.

Fazit: Ein Hoch auf die BBC und ihren Newsroom! Ach ja…was ist denn eigentlich mit dem BER der ARD? Wann kommt das neue Tagesschau-Studio?